

1963, als 13jähriger hatte ich einen schweren Verkehrsunfall. In der Folgezeit traten die ersten typischen Symptome auf, die auf die Krankheit <Morbus Bechterew> hinwiesen. Die in den folgenden 17 Jahren aufgesuchten Ärzte diagnostizierten und behandelten alle Arten von vermuteten Krankheiten. Die eigentliche Krankheit jedoch war nicht dabei. War man mit seinem Latein am Ende passierte es durchaus auch schon mal, dass ich als Hypochonder aus der Praxis flog.
Im Dezember 1980 schließlich, wechselte ich mal wieder den Arzt. Dieser zweifelte die Diagnose "Schiefhals" an und ließ eine Blutanalyse durchführen.
Als das Ergebnis vorlag, erklärte er mir, dass ich an der "Bechterewsche" Krankheit leide. Der bei der Blutanalyse festgestellte positive <HLA-B27> habe seine zuvor gemachte Diagnose lediglich bestätigt.
Tja, da stand ich nun und wusste nicht ob man diesen Bechterew nun essen konnte oder ob er mehr als Inspektor sei :-)

Ich begann also in Büchereien nach Literatur zu suchen (PC und Internet gab es damals noch nicht Der 8-Bit Rechner <Sinclair ZX81> wurde erst 1981 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und der bis heute bekannte <Commodore 64>, gar erst 1982).
Mein Arzt schrieb mich damals sofort bis zum Beginn einer Kur, krank.Ich fuhr damals LKW im Fernverkehr, für eine Ratinger Spedition. Mit offenen Sattelzügen mit Teleskopaufliegern, Semitiefladern, Nachläufern, wurden meist selbsttragende Konstruktionen gefahren, überlang und überbreit wie Rohre, Maschinen, Kräne, Fertigbetonteile, Baustahlmatten etc. Damit war jetzt plötzlich Schluss! Im Mai, nach einer 4-wöchigen Kur wurde ich weiter bis zum Beginn einer Umschulung krank geschrieben. Wie das so ist, bis alle Unterlagen vorlagen und die potentiellen Kostenträger sich geeinigt hatten, begann ich im August 1983 endlich die Umschulung zum Speditionskaufmann in der <Akademie Klausenhof>, die ich im Januar 1985 erfolgreich beendete.
Bis heute bin ich der Spedition treu geblieben. Ich bin 1985 irgendwie in den EDV-Bereich geschliddert und dort "hängen geblieben". Seit 1988 arbeite ich im Logistikkonzern ABX Hilfe bei der Programmentwicklung, Tests, Schulung, Beratung, hier alles aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Ein kleines Geheimnis noch: Manchmal fehlt mir schon so ein richtiger <Bock> unter dem Hintern. Doch <solch ein Teil> oder <so eins> noch einmal selber zu steuern, wird wohl ein Traum bleiben.

Im Januar 1980 wurde also mein Bechterew erstmals diagnostiziert. In der Folgezeit ging alles rasend schnell. Betrug meine Körpergröße im Januar 1980 noch 176 cm, so ging die Verkrümmung der Wirbelsäule rapide voran. Im März 1980 konnte ich schon nicht mehr Brustschwimmen, da der "Zinken" beim Schwimmen im Wasser hing. Die Körpergröße betrug zuletzt nur noch 159cm und der Blickhorizont (Blickweite) nur noch 83 cm.
So vergingen die Jahre. Nach mehreren Klinikaufenthalten in einer Meerbuscher Rheumaklinik, unendlichen Schmerzen (die allerdings vom Kopf auf annähernd 0 gestellt wurden), und nachdem ich die Homepages von Helmut Stallmann (s. Seite "Ich zeigs Euch-Links") und Dieter Begemann gefunden hatte, wusste ich, DEREN WEG IST MEIN WEG!
Ich ließ mir im Juli 2003 durch den Orthopäden meiner Klinik, einige Kliniknamen nennen, von denen er wusste, dass dort Aufrichtungsoperationen vorgenommen werden.
Fünf Kliniken schrieb ich am Folgetag per Mail an. Lediglich eine Klinik, die Werner Wicker Klinik in Bad Wildungen-Reinhardshausen antwortete. Um 18:00 Uhr hatte ich die Mail fortgeschickt und schon am Folgetag um 11:00 Uhr hatte ich eine Antwort mit einem präzisen Angebot, mich am 14.10.2003 in der Ambulanz vorzustellen.
Da stand ich nun am 14.10.2003 in der Ambulanz, voller Erwartung. Zum Abschluss der Untersuchungen, Statikaufnahme der Wirbelsäule wurde angefertigt, betrat der Oberarzt Dr. Völpel den Untersuchungsraum. Nach einem kurzen Blick auf die Aufnahmen und mich, verließ er mit den Worten " Sie bekommen wir auch gerade" den Raum. Ich war hin- und hergerissen. So als wäre es eine Kleinigkeit, so selbstverständlich klangen seine Worte. Ich fuhr echt happy nach Hause.
Es sollten noch 14,5 Monate vergehen. Am 30.12.2004 kam dann der Anruf aus Bad Wildungen. Am 03.01.2005 war also mein Bett in der Klinik frei!
Meine Erinnerungen an meine Zeit in der Klinik und die "Folgen" kann man auf der nächsten Seite verfolgen.
|  |